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Trophallaxis (griech. trophē „Ernährung“ und allaxis „Austausch“) bezeichnet die gegenseitige Weitergabe von flüssiger Nahrung zwischen Individuen sozialer Insekten, insbesondere bei Hautflüglern wie der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina).

Biologischer Mechanismus

Der Austausch erfolgt meist oral (Mund-zu-Mund). Dabei würgt ein Individuum den Inhalt seines Kropfes – eines speziellen Vormagens, der primär zur Speicherung und nicht zur Verdauung dient – hervor und überlässt diesen einer Nestgenossin. Dieser Vorgang wird häufig durch spezifische Berührungsreize mit den Antennen (Fühlerschlagen) eingeleitet.

Funktionen im Hornissenstaat

  1. Nährstoffverteilung: Die Trophallaxis ermöglicht eine effiziente Versorgung des gesamten Volkes. Arbeiterinnen, die im Außendienst Kohlenhydrate (Nektar, Baumsäfte) sammeln, geben diese an Innendiensttiere weiter.
  2. Sozialer Zusammenhalt: Über den Flüssigkeitsstrom werden Pheromone (chemische Botenstoffe) im Nest verbreitet. Diese informieren alle Individuen über den Zustand der Königin, den Status der Brut und den aktuellen Nahrungsbedarf des Volkes.
  3. Larven-Adulaten-Austausch: Eine Besonderheit bei Vespa velutina ist die trophallaktische Interaktion zwischen Larven und adulten Tieren. Da die adulten Hornissen kaum feste Proteine verdauen können, verfüttern sie Fleischportionen an die Larven. Diese wandeln die Nahrung enzymatisch um und geben einen nährstoffreichen Speichelsaft ab, der den Arbeiterinnen als Hauptenergiequelle dient.

Bedeutung

Die Trophallaxis fungiert als ein „soziales Kreislaufsystem“, das die anatomische Trennung der Einzelindividuen überbrückt und das Volk funktionell zu einem Superorganismus zusammenschließt.

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